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zweiterdraht Notfallkommunikation

Die Lösung

Ein Netz ist kein Karton mit Funkgeräten.

Funkgeräte kann man kaufen. Ein Netz, auf das sich eine Gemeinde im Ernstfall verlässt, muss geplant, aufgebaut, geprobt und über Jahre in Ordnung gehalten werden. zweiterdraht begleitet diesen ganzen Lebenszyklus – das ist der Unterschied zu einer Beschaffung.

1 · Planung

Erst rechnen, dann kaufen

Funkwellen halten sich nicht an Wunschdenken: Ein Höhenzug zwischen zwei Ortsteilen entscheidet darüber, ob eine Meldung ankommt. Deshalb beginnt jedes zweiterdraht-Netz mit einer Ausleuchtungsberechnung über dem echten Gelände – Grundlage ist ein Höhenmodell mit 30 Metern Auflösung, gerechnet wird die Funkausbreitung über jedes einzelne Geländeprofil.

Gerechnet wird innerhalb Ihrer tatsächlichen Verwaltungsgrenze, nicht in einem großzügigen Rechteck. Das Ergebnis ist die Zahl, die eine Kommune wirklich braucht: wie viel Prozent des eigenen Gemeindegebiets erreicht werden – und wo die größten Lücken liegen, damit klar ist, wohin ein weiterer Standort gehört.

Aus jeder Berechnung entsteht per Klick ein PDF-Bericht mit Kennzahlen, Karte, Standortliste – und einem eigenen Abschnitt zu den Annahmen und Grenzen der Berechnung. Eine Zahl ohne Einordnung wäre eine Behauptung; mit ihr ist sie eine Planungsgrundlage.

Ausleuchtungsplanung im Portal: Gemeinde ausgewählt, drei platzierte Repeater-Standorte, berechnete Funkabdeckung auf der Karte sowie Feuerwehrhäuser und Rathäuser als Orientierungsmarkierungen.
Ausleuchtungsplanung im Portal: Gebiet wählen, Repeater platzieren, berechnete Abdeckung sofort auf der Karte sehen.

2 · Aufbau

Standorte, Geräte, Schlüssel – in einem Durchgang

Steht der Plan, wird er umgesetzt: Repeater an den berechneten Standorten – Wassertürme, Masten, hohe Dächer – mit Solarversorgung, wo kein Stromanschluss liegt. Die Funkgeräte werden direkt aus dem Portal heraus eingerichtet: Firmware, Gerätename, die verschlüsselten Gruppenkanäle Ihrer Organisation und der Verwaltungsschlüssel des Systems, alles in einem Durchgang. So ist jedes Gerät gleich konfiguriert, egal wer es eingerichtet hat.

Jede Einsatzgruppe – etwa Feuerwehr, Bauhof, Krisenstab – erhält ihren eigenen Funkkanal mit eigenem Schlüssel. Wer den Schlüssel nicht hat, kann nicht mitlesen: Das gilt auch für private Meshtastic-Geräte in der Nachbarschaft, denn auch der Hauptkanal Ihres Netzes bekommt einen eigenen Zufallsschlüssel statt des weltweit bekannten Standardschlüssels.

Ein kleiner Server im Rathaus – ein Raspberry Pi – betreibt das Funknetz vor Ort und verbindet es mit unserer Betriebsplattform. Er braucht von Ihrer IT genau eines: eine ausgehende, verschlüsselte Verbindung ins Internet. Eingehend braucht er nichts.

3 · Betrieb

Ein Netz, das sich meldet, bevor es fehlt

Der stille Feind jeder Notfalltechnik ist die Zeit: Ein Akku entlädt sich, ein Gerät verstummt, und niemand merkt es – bis zum Ernstfall. zweiterdraht überwacht sich deshalb selbst. Jeder Funkknoten meldet regelmäßig Akkustand, Empfangsqualität und letzte Aktivität an das Portal; die Lagekarte zeigt den Zustand des ganzen Netzes auf einen Blick.

Störungen werden von sich aus gemeldet: Ein verstummter Standortserver löst umgehend eine E-Mail aus, alles Übrige – ein schwacher Akku, ein tagelang stummer Knoten – kommt gesammelt in einer Morgenmeldung. Gemeldet wird der Vorfall, nicht im Minutentakt derselbe Zustand: Ein Postfach voller Wiederholungen bekommt eine Filterregel, und dann liest niemand mehr die eine Meldung, die zählt.

Software-Updates rollen kontrolliert aus: zuerst auf ein Testgerät, und erst wenn dieses die neue Fassung erfolgreich meldet, auf die übrigen. Ein misslungenes Update springt automatisch auf den vorherigen Stand zurück. Auch Einstellungen der Funkknoten – etwa Meldeintervalle, die über die Akkulaufzeit im Winter entscheiden – lassen sich aus der Ferne anpassen, ohne dass jemand auf einen Mast steigt.

Lagekarte im Portal mit Kennzahlen zu Online-, unbekannten und länger nicht gesehenen Geräten, dazu die Karte mit Statusmarkern.
Die Lagekarte: Ampelfarben je Gerät, Kennzahlen oben – gebaut, damit man den Zustand ohne Erklärung erfasst.
Geräteübersicht im Portal: Funkknoten mit Node-ID, Hardware, Firmware, Fernverwaltungsstatus, Akkustand und Empfangsqualität.
Die Geräteübersicht: Akkustände, Firmware und Fernverwaltungsstatus jedes Knotens.

4 · Einsatzfall

Und wenn es so weit ist?

Im Einsatz braucht das Netz nichts von alledem: keinen Mobilfunk, kein Internet, keinen Strom aus der Steckdose. Die Funkknoten laufen auf Akku und Solar, die Handgeräte in den Jackentaschen ebenso. Übertragen werden kurze Textmeldungen und Standorte – genau das, was eine Lagemeldung braucht: „Sammelstelle Festhalle: 40 Personen, Strom fehlt, Arzt gebraucht.“

Jede Meldung springt dabei automatisch von Knoten zu Knoten, bis sie ihr Ziel erreicht – fällt ein Repeater aus, nehmen die Meldungen einen anderen Weg, sofern die Netzdichte das hergibt. Der Server im Rathaus arbeitet lokal weiter, auch wenn das Internet weg ist: Das Funknetz vor Ort ist auf genau diesen Fall ausgelegt.

Die Lagekarte des Portals auf einem Smartphone: Kennzahlen und Karte in schmaler Darstellung.
Das Portal funktioniert auch auf dem Gerät in der Jackentasche – hier die Lagekarte im Telefonformat.

Was zweiterdraht im Einsatzfall bewusst nicht ist: ein Ersatz für den BOS-Digitalfunk der Einsatzkräfte oder für den Notruf. Es ergänzt die vorhandenen Wege um den einen, der auch ohne Infrastruktur funktioniert. Die vollständige Liste der Grenzen steht auf der Technikseite – wir halten sie für genauso wichtig wie die Stärken.